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Lapis lazuli

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Foto © Dr. Frank Schulz
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Name:  Lapis lazuli
Art des Bildes:  Aufschluß
Größe:  Lange Bildkante: ca. 1,5 m
Fundort:  Cerro Sapo, Departament Coquimba, Bolivien
Alter:  Tertiär
Zusatzinfo:  Detail in einem Aufschluß.
mehr Info:  ausblenden
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Eigenschaften

Synonyme:  Lapislazuli, orientalischer Lasurstein, Lasurstein
Farbe:  Siehe Mehr Infotext
Lapis lazuli

Lapislazuli ist als tiefblaues Gestein bekannt und wird oft mit dem vorherrschenden Mineral Lazulith gleichgesetzt. Allgemein wird angenommen, dass Lapislazuli tiefblau ist, doch kommt es farblich vielfältiger vor, tiefblau bis hell himmelblau, violett, grün, hellgrün, gelblichgrün, rosa und rotbräunlich. Die häufigsten Minerale neben Lazulith sind Hauyn, farblose Pyroxene und farblose Amphibole, Calcit, Ankerit, Pyrit und Haematit, die in wechselnden Mengen paragenetisch Vorliegen. Farbgebend ist der blaue Lazulith, während die Nuancierung und der variable farbliche Aspekt von den Anteilen der beigemengten Mineralien abhängig ist. Farblich homogen kommt Lapislazuli nur selten vor und ist dann auf kleine Gesteinsstücke begrenzt. Häufig ist er gesprenkelt, fleckig oder streifig, in Abhängigkeit von den Intergefügen und der Verteilung der vorliegenden Mineralien.

Die Ägypter der Pharaonenzeit nannten den blauen Stein aus dem Osten >chasbet<, doch wussten sie nur, dass Händler ihn aus dem persischen Raum brachten. >Chasbet< wurde mit vorliebe in Gold gefasst, von Reichen getragen, siehe Totenmaske des Tut-ench-Amun, und vor allem zur Herstellung der Skarabäen, den Glücksbringern, verwendet. In arabischen, griechischen und lateinischen Schriften wird er ebenfalls erwähnt. Theophrast (371 - 287 v. Chr.) und Plinius d.Ä. (24 - 79 n. Chr.) nannten ihn Saphir und Cyanit, Namen die später zwei Silikatmineralen gegeben wurden. Der Name Lapislazuli wurde aus dem latinischen >lapis< und dem arabischen >lazaward<, abgeleitet, der zu lazurium und lazulus lateinisiert wurde und schließlich zu >lapis lazuli<, dem Lasurstein. In der Antike und im Mittelalter waren die Preise für Lapislazuli sehr hoch, denn er wurde nicht nur als Schmuck- und Heilstein gehandelt, dem man vor allem Macht über die Melancholie zuschrieb, sondern auch als Rohstoff für die im Mittelalter so geschätzte Pigmentfarbe >azzurium ultramarinum< die Farbe von >jenseits des Meeres<.

Seit das Ultramarin als Farbpigment synthetisch hergestellt wird, industriell seit 1836, neue Fundstellen erschlossen worden sind, und Lapislazuli nur noch als Schmuck- und Zierstein verwendet wird, dem moderne Esoteriker eine Vielzahl von Kräften zuschreiben, sind die Preise deutlich gefallen, so dass er heute für jedermann erschwinglich ist.

Dass Lapislazuli aus Persien oder Arabien stammt, wurde bis ins hohe Mittelalter angenommen, denn über diese Regionen kam er nach Ägypten und Europa. Marco Polo (1254-1324) besuchte 1271 auf seiner Reise nach China, die er mit seinem Vater und Bruder unternahm, auch die Lapislazuli - Fundstellen am Oberlauf des >Oxus<, dem Amu Darja in Badakschan. Heute gehört diese Region, die auf der Nordseite des Hindukusch-Gebirges liegt, zu Afganistan. Europa erfuhr davon erst nach seiner Rückkehr aus den Reiseberichten, die zu Bestsellern ihrer Zeit wurden. Sie erschienen erstmals in Französisch und und wurden erst später ins Italienische und Lateinische übersetzt.

Auch nach rund 4000 Jahren Abbau im Kokscha-Tal, einem Quellfluß des Amu Darja, werden in Badakschan bis zu Zehntausend Tonnen Lapislazuli jährlich abgebaut und in die ganzeWelt exportiert. Besucher dieses Bergbaugebiets berichten, dass die Abbaumethode der Antike und des Mittelalters, das Feuersetzen, zwar nicht mehr praktiziert wird, doch haben sich die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahrhunderten nicht wesentlich geändert. Nach der Entdeckung Amerikas kam Lapislazuli auch aus den Anden nach Europa. Die bekanntesten Fundorte sind in Bolivien, am Cerro Sapo, Departament Cochabamba und in Chile, in der Provinz Coquimbo.

Mineralogische Untersuchungen an ca. 2800 Jahre alten Kultgegenständen aus Lapislazuli, die in jüngster Zeit bei archäologischen Ausgrabungen in Bolivien gefunden wurden, belegen, dass der blaue Stein vom Cerro Sapo stammt und den Indios der Vorinkazeit bekannt war.

Den heutigen Bekanntheitsgrad verdankt die Lagerstätte von Cerro Sapo dem in Ahlfeld 1892 geborenen Friedrich (Federico) Ahlfeld, der an der Bergakademie Clausthal studiert und 1921 promoviert hat und der den grössten Teil seines Lebens in Bolivien als Bergingenieur, Geologe und Mineraloge tätig war. Er belegte verschiedene Funktionen in staatlichen und privaten Bergbaugesellschaften, war Professor an den Universitäten von La Paz und Potosi und Präsident des Bolivian Geological Survey.

Weitere, doch weniger bedeutende Fundorte in denen Lapislazuli abgebaut wird sind in Sibirien, am Südende des Baikalsees, im Pamir-Gebirge und auf der Kola Halbinsel (Russland), im Cascade Canyon, Californien und am Magnet Core, Arkansas (USA), in Raputana, Indien, in Korea, in Tibet und dem Norden Chinas. Die Lagerstätten bildenden Vorkommen sind an syenitische, SiO2 untersättigte Magmen gebunden, die eng mit karbonatitischen Magmen verbunden sind, wobei für einige Lagerstätten kontaktmetasomatische Prozesse nicht auszuschließen sind.

aks

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