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Huttaler Wasserregal

Rekonstruktion der Landschaft sowie der Kunstrad- und Kunstgestänge Anlage
 im Oberen Laddekental zur Zeit der Auffahrung des Huttaler Wasserlauf um 1765. 
Die Anlagen wurden zum Antrieb der Pumpen benötigt, mit denen die Gruben­wässer geho
Schachtanlagen Caroline und Dorothee. Links davon der Verlauf des Wasserlaufs mit Schächten 
und Pumpanlagen und den beiden Bohrungen zur Bewetterung.
Foto © Zeichnung von Hermann Kißling
Rekonstruktion der Landschaft sowie der Kunstrad- und Kunstgestänge Anlage
 im Oberen Laddekental zur Zeit der Auffahrung des Huttaler Wasserlauf um 1765. 
Die Anlagen wurden zum Antrieb der Pumpen benötigt, mit denen die Gruben­wässer geho
Schachtanlagen Caroline und Dorothee. Links davon der Verlauf des Wasserlaufs mit Schächten 
und Pumpanlagen und den beiden Bohrungen zur Bewetterung.

Name: 

Rekonstruktion der Landschaft sowie der Kunstrad- und Kunstgestänge Anlage im Oberen Laddekental zur Zeit der Auffahrung des Huttaler Wasserlauf um 1765. Die Anlagen wurden zum Antrieb der Pumpen benötigt, mit denen die Gruben­wässer geho Schachtanlagen Caroline und Dorothee. Links davon der Verlauf des Wasserlaufs mit Schächten und Pumpanlagen und den beiden Bohrungen zur Bewetterung.

Fundort:  Huttal östlich von Clausthal-Zellerfeld
Zusatzinfo: 

Der Maßstab des Originals: 1 : 300. Zum Teil wurde das Bild am Computer retuschiert.

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Beschreibung

Das Huttal, am östlichen Rand der Clausthaler Hochfläche gelegen, wird zum Ende des 17. Jahr­hunderts in das Oberharzer Wasserwirtschaftssystem einbezogen. Als Folge der nach dem 30-jährigen Krieg verstärkten Bergbautätigkeiten und dem damit verbundenen Vor­dringen in größere Teufen, wurde die Wasserlösung mehr und mehr zum zentralen Problem des Bergbaus. Zwar war die Technik vorhanden (Kunsträder, Feldgestänge, Pumpensätze), doch war das Wassereinzugsgebiet der Hochfläche begrenzt. Wasser als Energieträger wurde, besonders in der trockenen Sommerszeit, immer rarer. Die zahlreich angelegten Teiche konnten diesen Mangel nicht beseitigen. Die niederschlagsreichen östlichen Hochharzzonen mit ihren Hochmooren (Bruchberg, später auch das Brockenfeld) sollten deshalb erschlossen werden. Anfang der siebziger Jahre des 17. Jahrhunderts wurde mit der Treibung der Wassergräben nach Osten begonnen. Zunächst bildete die Mulde am Sperberhai eine Grenze, die nicht ohne enormen Aufwand (Kosten, Ar­beitsmittel) zu überbrücken war. Dieses weiterführende Projekt wurde zunächst zurückgestellt (1736 verwirklicht). Notgedrungen der Höhe folgend bog die Grabenführung nach Südwesten ab und erreichte das Huttal. Dieser erste Ferngraben des Oberharzes, erbaut etwa in den Jahren 1672 bis 1675/77, erreichte insgesamt eine Länge von ca. 18 Kilometern (!) und wurde zu Recht als der Lange Kunstgraben bezeichnet. Mit diesem Kunstgraben beginnt die wasserwirtschaftliche Erschließung des Huttales. In den noch verbleibenden 25 Jahren des 17. Jahrhunderts folgte eine ständige Erweiterung bzw. Veränderung der Huttaler Wasserwirtschaftsanlagen.

Der Lange Kunstgraben bekam im oberen Huttal einen Speicherteich, der einen kon­tinuierlichen Wasserfluß ermöglichen sollte. Gleichzeitig wurde ein neuer Graben vom Laddekental zu diesem Teich gebaut. Dieser Graben (später Oberer Huttaler Graben genannt) verlief oberhalb des Endstückes des Langen Kunstgrabens, und hatte eine Länge von ca. 1 km. 1682 waren Teich und oberer Graben in Betrieb. Zur gleichen Zeit begannen die Vorarbeiten für den ersten Wasserlauf des Huttales, den Polsterberger Wasserlauf. Dieser Wasserlauf sollte unterhalb des Huttaler Teiches (der spätere obere Teich) beginnen und im nördlich gelegenen Polstertal enden. Aufgabe des Wasserlaufes war die Verkürzung der Grabentour für die Huttaler Wasser. Anstelle der fast 10 km langen Schleife des Langen Kunstgrabens sollte der Wasserlauf mit "nur" ca. 1,2 km Länge treten. Hierdurch erwartete man einen erheblich geringeren Wasserverlust. Ein am Polsterberg vorher getriebener Eisensteinstollen, der Polsterberger Stollen, sollte für den Wasserlauf genutzt werden. Damit ist die Hälfte der ca. 1200 Meter Gesamtlänge schon aufgefahren. So konnte der Wasserlauf bereits 1690/91 in Betrieb genommen werden. In Folge seines geringen Gefälles von 3/4 Lachter von Mundloch zu Mundloch legte man einen neuen Teich, den Unteren Huttaler Teich, an, in dessen Grunde sich das Mundloch des Wasserlaufes befand. Bei gefülltem Teich hatte man nicht nur einen zusätzlichen Speicher, sondern auch den nötigen Druck, um einen sicheren Wasserfluß zum Langen Kunstgraben zu garantieren. Damit der Teich sich überhaupt füllen konnte, war ein Verschluß des Wasserlaufes notwendig. Es mußte ein Striegeldamm in den Wasserlauf eingebaut werden. Ein zum Wasserlauf gehöriger ehemaliger Eisensteinschacht, das Alte Manner Lichtloch, das etwa in der Mitte des Wasserlaufes lag, wurde zum Striegelschacht umgebaut. Der Wasserlauf wurde an dieser Stelle geweitet, ein hölzernes Striegelgerenne eingebracht, und die Weitung mit Dammerde und Rasenhaupt abgedichtet. Nun konnte man von Übertage aus den Striegel bedienen und Wasser nach Belieben stärker oder schwächer abziehen. Ein Teil des Langen Kunstgrabens, ca. 3000 Lachter, konnte aufgegeben werden, die Huttaler Wasser flossen nun auf kürzestem Wege ins Polstertal. Erst dort gelangten sie wieder in den Langen Kunstgraben.

Auf die Wasser vom Schwarzenberg wollte man aber nicht verzichten. Zwar führte der Lange Kunstgraben am Schwarzenberg vorbei, doch hatte er nicht nur ein "verkehrtes" Gefälle; er lag auch zu tief, um ihn umzukehren und in den neuen Unteren Huttaler Teich führen zu können. Ein neuer, ca. 510 Lachter langer Graben, über dem Langen Kunstgraben gelegen, mußte gebaut werden. Bemerkenswert, dass dabei über die Hälfte des Grabens im Gerenne ausgeführt wurde. 1691 sind alle beschriebenen Arbeiten abgeschlossen. Am Ende des 17. Jahrhunderts sind folglich ein Wasserlauf, zwei Teiche und drei Gräben im Huttal angelegt worden. Der weitläufige Gerenneausbau des Schwarzenberger Grabens war allerdings keine gute Lösung. 1706, also nach 15 Jahren, ist der Graben so unbrauchbar geworden, dass ein völlig neuer Graben, diesmal ohne Gerenne angelegt werden muß. Bis 1729 ruhen zunächst weitere Ausbaumaßnahmen. Reparatur und Instandhaltung des Vorhandenen sind aufwendig genug, wie weiter unten beschrieben. Der Obere Huttaler Graben, der die Wasser in den Oberen Huttaler Teich führt, scheint zu hoch angelegt worden zu sein, da er einige tiefer austretende Quellwasser nicht erfaßt. Um diese dennoch zu nutzen, wird 1729 ein neuer Graben, der Unterer Huttaler Graben, auf unterem Niveau angelegt. Dieser ebenfalls 500 Lachter lange Graben mündet in den Unteren Huttaler Teich. Da nun der Untere Huttaler Graben die Wasser aus dem Laddekental in den unteren Teich bringen konnte, und auch der Wasserzufluss -selbst in Flutzeiten- wohl nicht so gewaltig war, um beide Teiche füllen zu können, ist an die Auflassung des Oberen H. Teiches und des Oberen H. Grabens zu denken. Es liegen allerdings keine eindeutigen Hinweise auf das Aufgeben des Teiches aus dieser Zeit vor. In der Zwischenzeit gab es Probleme mit dem Polsterberger Wasserlauf. Schon kurz nach der Inbetriebnahme zeigte sich, dass der Untere Huttaler Teich stark verschlammte. Vermutlich trug der Schwarzenberger Graben die am Schwarzenberg reichlich vorhandene Dammerde mehr als angenommen in den Teich. Auch der Wasserlauf wurde davon betroffen. Es wurde immer wieder notwendig, den Teich abzulassen, um den Wasserlauf zu entschlammen. Auch der Rasendamm am Striegelschacht mußte mehrfach neu abgedichtet werden.

Für die neuen, höher gelegenen Gruben des Burgstätter Zuges kamen die Wasser des Langen Kunstgrabens zu tief in Clausthal an. Dem höher gelegenen Jägersbleeker Teich sollten deshalb weitere Aufschlagwasser zugeführt werden. Hier half ein Umbau des Polsterberger Wasserlaufs. 1719 erfolgte eine Verlegung der Abdämmung zum ersten Lichtloch, 63 Lachter vor dem Auslaufmundloch im Polstertal. Von diesem Lichtloch wurde eine söhlige Verbindung des Wasserlaufs mit einem Schacht geschaffen, der neben dem Tränkegraben angelegt worden war. Bei geschlossenem Striegel staute sich das Wasser in diesem Schacht bis auf die Spiegelhöhe des Unteren Huttaler Teiches und konnte durch eine Rösche in den Tränkegraben abfließen. Dieser brachte die Huttaler Wasser in den Jägersbleeker Teich. Durch die zunehmende Teufe der am höchsten gelegenen Grube des Burgstätter Zuges, der Caroline, wurden auf noch höherem Niveau, dem sogenannten Oberen Gefälle, mehr und mehr Aufschlagwasser gebraucht. Als einziger Speicher für das Obere Gefälle diente der Hirschler Teich, dessen Kapazität jedoch begrenzt war. Allein eine Erhöhung des Teichdammes reichte daher nicht aus. Als Lösung dieses Problems sollte eine Verbindung zum Huttaler Teich geschaffen werden. Erforderlich war ein Wasserlauf vom Hirschler Teich durch die Nasse Wiese zum Laddekental. Der dort beginnende Untere Huttaler Graben sollte auf das Niveau des Hirschler Teiches gebracht und horizontal angelegt werden. Der Huttaler Teichdamm mußte bei dieser Maßnahme nur um 56 Zoll erhöht werden, um auf das Niveau des Hirschler Teiches zu kommen. Für die Bauzeit des Wasserlaufes wurden mindestens drei Jahre gerechnet, die Kosten auf 20000 Gulden veranschlagt. Im Jahre 1763 begannen die Arbeiten: Zwei Lichtlöcher wurden abgeteuft und im Huttal begann die Treibung der Rösche. Schon bald zeigten sich erste Schwierigkeiten. Beim Vortrieb kamen die Hauer sofort in hartes Gestein, was von Beginn an Schießarbeit erforderte. Als schlimmer erwiesen sich jedoch die Wassereinbrüche in den Lichtlöchern. Mit einem Haspel waren die Wasser nicht mehr zu heben. Eine Wasserkunst mußte gebaut werden. Dicht am Laddekentaler Mundloch wurde ein Kunstrad aufgestellt, das ein Feldgestänge zum vorderen Lichtloch antrieb. Dieses wiederum setzte Pumpensätze in Bewegung. Die Wasser konnten gehoben werden. Im selben Jahr noch erfolgte eine Verlängerung zum zweiten Lichtloch. Auch dort traten starke Wasser aus. Doch diese Maßnahme brachte für kurze Zeit Erleichterung. In den Röschen der Mundlöcher ging das Arbeiten voran. Es wurden jedoch immer nur kurze Streckenabschnitte an die Hauer im Gedinge vergeben. Nach Fertigstellung eines vereinbarten Streckenabschnittes wurde oft über einen folgenden neuen Abschnitt neu verhandelt, wobei die Länge der Strecke und der dafür zu zahlende Lohn ständig geändert werden konnten.

In den Sommermonaten reichten die Laddekentaler Wasser nicht aus. Auch eine Zu­führung der über dem Huttaler Teich gelegenen Quellwasser genügte nicht. Wenn nicht zu­sätzliche Wasserquellen zur Hebung der Grubenwasser erschlossen werden konnten, drohte das ganze Projekt zu scheitern. Deshalb wurde ein 195 Lachter tiefer gelegenes zweites Kunstrad im Laddekental installiert, um die dortigen Talwasser zusätzlich nutzen zu können. Als Aufschlagwasser dienten zum einen die vom oberen Kunstrad fallenden Wasser und zum zweiten die Lösungswasser eines Eisensteinstollens. Letztere wurden in einem Gerenne von 210 Lachter zum Kunstrad geführt. Beide Räder wurden durch ein Kunstgestänge miteinander verbunden. Es zeigte sich jedoch, dass ein "synchroner" Betrieb der Kunsträder nicht möglich war. Das obere Rad mußte abgekoppelt und "stehengelassen" werden. Da das untere Rad die Pumpen- und Wettersätze der beiden Lichtlöcher nicht allein antreiben konnte, wurden die Anlagen des vorderen Lichtloches von der Kunst angetrennt. Damit das obere Kunstrad jedoch nicht völlig ungenutzt blieb, wurde eine neue Kunst -parallel zur alten- von hieraus zum vorderen Lichtloch gebaut und in Betrieb genommen. In Flutzeiten konnten nun beide Kunsträder betrieben werden. Doch bei anhaltender Trockenheit reichten die Aufschlagwasser noch immer nicht aus. Das untere Kunstrad wurde um weitere ca. 50 Lachter tiefer, direkt in den Talgrund des Huttales, umgesetzt, wovon man sich eine längere Betriebsdauer der Kunst erhoffte. Das Kunstgestänge wies nunmehr (1764) eine Länge von 570 Lachtern auf. Erst im Winter 1764/65 ist das letzte der drei Lichtlöcher des Wasserlaufes abgeteuft. Mit dem Abteufen aller Lichtlöcher wurden die Wassernöte aber nicht geringer. Besonders im mittleren Licht­lochbereich traten sehr starke Wasser aus, die von den 6- bis 8-zölligen Pumpen­sätzen nicht gehoben werden konnten. Das zu diesem Lichtloch führende Geschlepp war nicht in der Lage, stärkere Pumpensätze anzutreiben. Da der Vortrieb der Huttaler Rösche bald den Ort am vorderen Lichtloch erreichen würde, stellte man die Arbeiten dort ein. Jetzt konnte man das Feldgestänge vom oberen Rad zum vorderen Lichtloch abbauen und an die Stelle des Geschleppes setzen. Durch diesen Austausch war es möglich, stärkere Pumpensätze im mittleren Lichtloch zu installieren.

In den Frostmonaten war natürlich keine Wasserhebung möglich, da die Kunst "verstöberte". In dieser Zeit konnte nur in den Röschen gearbeitet werden. Das über­zählige Personal wurde auf die Gruben verteilt. Als im Frühjahr 1765 die Arbeiten vor Ort wieder aufgenommen wurden, zeigten sich zunehmend Bewetterungsprobleme. Zwar wurden Wettermaschinen eingesetzt, doch war wohl kein kontinuierlicher Betrieb (bei fehlenden Aufschlagwassern) möglich. So entschloß man sich, im Winter 1765 ein Bohrloch zur Bewetterung abzuteufen. Damit wurde eine neue Technik eingesetzt, die um 1710 erstmals erwähnt wird. CALVÖR beschreibt in seinem Band " ...Beschreibung des Maschinenwesens..." eine Bohrmaschine, die der Zellerfelder Maschinendirektor BARTELS 1713 entworfen hat. Diese Maschine ist auch 1715 im Harz zum Einsatz gekommen. Zu gleicher Zeit, 1714, beschreibt auch J. CH. LEHMANN in seiner "Terebra metallo­scopia/vollkommene Beschreibung eines Bergbohrers" die Technik einer Bohr­maschine. 50 Jahre später wird erneut vom Einsatz einer solchen Bohrmaschine berichtet. Ob es sich dabei um die technisch wesentlich aufwendigere (effektivere?) Bartel'sche Maschine gehandelt hat, geht aus den Dokumenten nicht hervor. Das Bohrloch wurde Ende März 1765 bis in die Firste des Wasserlaufs erfolgreich niedergebracht. Die Teufe betrug dabei 8 5/8 Lachter, der Bohrlochdurchmesser 3 Zoll. Bei dieser Bohrtechnik wurden die einzelnen Bohrer und Verlängerungsstücke in verschiedenen Maßen von 1/4 bis 1 Lachter gefertigt und mit Innen- und Außengewinden versehen, so dass durch Verschraubungen beliebige Längen hergestellt werden konnten. Das "Fallenlassen" und "Aufheben" des Gestänges geschah entweder über einen Hebelarm von Hand (LEHMANN) oder mittels einer komplizierten Maschine (BARTELS).

1766 mußte ein weiteres Bohrloch niedergebracht werden. Das zweite Bohrloch -gleich dem ersten- erreichte bei einer Teufe von 11 1/2 Lachtern in ca. 3 Monaten die Stollenfirste. Nach den Planungen sollte der Wasserlauf in etwa 3-jähriger Bauzeit zum Durchschlag kommen. 1766 waren aber noch erhebliche Mittel (Strecken) aufzufahren. Diese Verzögerungen lagen zum einen an den schon beschriebenen Wassernöten, zum anderen aber auch an dem festen Gestein, welches erhebliche Anstrengungen und viel Schießarbeit erforderte. Der Durchschlag erfolgte mithin 1769, demnach 3 Jahre später als geplant, was einer Verdopplung der Bauzeit entsprach. Mit dem Bau des Huttaler Wasserlaufs wurden zwangsläufig weitere Neu/-Umbauten im Huttal erforderlich:

  1. der Untere Huttaler Graben hatte ein Gefälle vom Laddekental zum Huttaler Teich hin; dieser Graben bekam eine horizontale Grabenführung;
  2. der Huttaler Teichdamm wurde um 56 Zoll erhöht (gleich der Höhe des Hirschler Teichdammes);
  3. die Rösche des Auslaufschachtes des Polsterberger Wasserlaufs im Polstertal mußte ebenfalls entsprechend erhöht werden;
  4. wurde der Grüneberger Graben mit einer Länge von 168 Ruthen angelegt, der zusätzliche Wasser von Südwesten zum Huttaler Wasserlauf bringen sollte;
  5. vor dem Wasserlaufsmundloch wurde eine Widerwaage angelegt, in der sich die ankommenden Wasser sammelten; um ein Überlaufen des Hirschler Teiches zu vermeiden, wurde in die Widerwaage ein Fehlschlag eingebaut.

Zwar war mit diesen Maßnahmen für einen größeren Wasserzufluß gesorgt, doch weitergehende Pläne waren bereits zur Feder gebracht, die bei neuerlichem Wassermangel greifen sollten. Schon einige Jahre später zeigte eine Trockenperiode die Richtigkeit dieser Vorbereitungen. Um weitere Wasser in den Hirschler Teich (1. Fall) bringen zu können, mußte der Polsterberger Wasserlauf im Polstertal umgebaut werden. Bisher konnten durch den Wasserlauf vom Huttaler Teich her die Wasser nur in den Tränkegraben fließen (2. Fall). Jetzt wurde der Tränkegraben am Polsterberg unterbrochen. Der östliche Teil (Neuer Tränkegraben) wurde durch ein geringeres Gefälle erhöht und bis in das Kautztal (Kautztaler Graben) verlängert. Am Polsterberg wurde von diesem Neuen Tränkegraben eine Rösche in den Polstertaler Wasserlauf getrieben. Nun konnten die Wasser aus dem Kautztal durch den Polstertaler Wasserlauf in den Huttaler Teich und weiter durch den Huttaler Wasserlauf in den Hirschler Teich gelangen. Die Fließrichtung im Polstertaler Wasserlauf wurde praktisch umgekehrt! Für den 1. Fall bedeutete das einen stärkeren Energiezuwachs und damit einen kontinuierlicheren Betrieb. Gäbe es nicht die unglückliche Anlegung des Polsterberger Wasserlaufes (kostspielige Unterhaltung) wären die Umbau­maßnahmen von 1786 die letzten gewesen. Der Wasserlauf machte dem Bergamt je­doch zunehmend Sorgen; die Befahrung wurde immer schwieriger und schließlich ganz einge­stellt. So kam es, dass sich der Wasserlauf - "... seit Menschengedenken nicht mehr befahrbar ..." - 1810 in einem desolaten Zustand befand.

Es wurde für besser gehalten, einen neuen Wasserlauf in etwa parallel zum alten an­zulegen. 1813 wurde der neue Wasserlauf, der vom Polsterloch zum Huttaler Teich führte, fertiggestellt. Dessen Huttaler Mundloch lag auf dem Niveau des Huttaler Grabens. Dieser Graben wurde in den Huttaler Teichdamm hinein verlängert und auf der anderen Seite an den Wasserlauf (bald Schwarzenberger Wasserlauf genannt) angeschlossen. Der Huttaler Teich wurde nicht mehr als Speicher für den 1. Fall benötigt. Da inzwischen der Dammgraben aus dem Bruchberggebiet genügend Wasser heranführte und am Polsterberg eine Wasserhubeinrichtung von diesem in den Alten Tränkegraben errichtet worden war, hatte auch der 2. Fall ausreichende Wassermengen zur Verfügung. Der Huttaler Teich wurde somit auch für diesen Fall als Speicher nicht mehr benötigt. Der Teich konnte abge­lassen werden. Die Umbaumaßnahmen von 1813 sollten die letzten im Huttal ge­wesen sein. Lediglich im Huttaler Wasserlauf erfolgte 1872 eine größere Ausbesserung. Somit würde der heutige Betrachter diesen Zustand vorfinden, hätte man nicht einige Gräben trockengelegt oder wären Teile der Gräben nicht vonseiten der Waldwirtschaft zu Wirtschaftswegen umwandelt worden. Der Huttaler Wasserlauf und der Huttaler Graben gehören zur Zeit zu dem Denkmal Oberharzer Wasserregal. Es bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft die alten Huttaler Wasserwirtschaftsanlagen erhalten bleiben.

Literaturhinweise

Klaus Kielgast, aus:
"Der Bau des Huttaler Wasserlaufs im Rahmen der Huttaler Wasser­wirtschaft" in "Beiträge zur Wasser­wirtschaft des Harzes 1996", Bibliothek der TU-Clausthal
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