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Kupferschiefer

Duckelbau. Bei dieser Form des Bergbaus waren die Bergleute schwersten Belastungen ausgesetzt. Stundenlang lagen sie auf dem naßkalten steinigen Untergrund, lösten mit einer Keilhaue den Kupferschiefer aus dem Gebirge bei einer Hohlraumhöhe von nur rund 50 cm. Obwohl der Kupferschiefer nur in den untersten 3 bis 10 cm erzführend war, mußte der Flöz auf seiner gesamten Höhe herausgelöst werden, damit gearbeitet werden kann. Das Taube Gestein wurde zum Abstützen der Hohlräume genutzt. Der tägliche Abbau betrug 2 bis 2,5 Zentner Erz, das in Weidekörben von Jünglingen bis zum Schacht geschoben oder gezogen wurde. Der gezahlte Lohn deckte nur zur Not die geringsten Bedürfnisse einer Familie, so daß auch Frauen und die erst 10 bis 12 Jahre alten Kinder durch verschiedenste Arbeiten zum Einkommen der Familie mit beitrugen.
Foto © Zeichnung von Hermann Kißling
Duckelbau. Bei dieser Form des Bergbaus waren die Bergleute schwersten Belastungen ausgesetzt. Stundenlang lagen sie auf dem naßkalten steinigen Untergrund, lösten mit einer Keilhaue den Kupferschiefer aus dem Gebirge bei einer Hohlraumhöhe von nur rund 50 cm. Obwohl der Kupferschiefer nur in den untersten 3 bis 10 cm erzführend war, mußte der Flöz auf seiner gesamten Höhe herausgelöst werden, damit gearbeitet werden kann. Das Taube Gestein wurde zum Abstützen der Hohlräume genutzt. Der tägliche Abbau betrug 2 bis 2,5 Zentner Erz, das in Weidekörben von Jünglingen bis zum Schacht geschoben oder gezogen wurde. Der gezahlte Lohn deckte nur zur Not die geringsten Bedürfnisse einer Familie, so daß auch Frauen und die erst 10 bis 12 Jahre alten Kinder durch verschiedenste Arbeiten zum Einkommen der Familie mit beitrugen.

Duckelbau. So nannte man das Verfahren, mit dem mit ein­fachsten Mitteln der Kupferschiefer dort abgebaut wurde, wo er nahe an der Oberfläche lag. Von einem meist nur wenige Meter tiefen Schacht wurde der Abbau des Kupferschiefers

Name: 

Duckelbau. Bei dieser Form des Bergbaus waren die Bergleute schwersten Belastungen ausgesetzt. Stundenlang lagen sie auf dem naßkalten steinigen Untergrund, lösten mit einer Keilhaue den Kupferschiefer aus dem Gebirge bei einer Hohlraumhöhe von nur rund 50 cm. Obwohl der Kupferschiefer nur in den untersten 3 bis 10 cm erzführend war, mußte der Flöz auf seiner gesamten Höhe herausgelöst werden, damit gearbeitet werden kann. Das Taube Gestein wurde zum Abstützen der Hohlräume genutzt. Der tägliche Abbau betrug 2 bis 2,5 Zentner Erz, das in Weidekörben von Jünglingen bis zum Schacht geschoben oder gezogen wurde. Der gezahlte Lohn deckte nur zur Not die geringsten Bedürfnisse einer Familie, so daß auch Frauen und die erst 10 bis 12 Jahre alten Kinder durch verschiedenste Arbeiten zum Einkommen der Familie mit beitrugen.

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Beschreibung

Der Kupferschieferbergbau am östlichen Harzende im Raum Mansfeld und Sangerhausen ist wegen seines enormen Umfangs und seiner Jahrtausenden alten Tradition bestens doku­mentiert. Nahezu unerforscht blieb jedoch bislang der Abbau des Kupferschiefers am süd­lichen Rand des Westharzes. Zwar hatte er nicht im entferntesten jemals die Be­deutung erlangt wie der Bergbau im Mansfelder - Sangerhauser Raum. Dennoch offen­baren die im Archiv des Oberbergamtes Clausthal vorhandenen Akten über den Bereich zwischen Osterode und Steina interessante Erkenntnisse.

Geologie und Lagerstätte

Das an der Basis des Zechsteins (oberes Perm) anstehende, nur 20 bis 50 cm mächtige Kupferschieferflöz besteht aus einem bituminösen, dünnblättrigen, schieferigen Mergel mit Anreicherungen an seltenen Metallen, vor allem an Kupfer (1-3%), Silber und Blei. Dieser liegt dem Karbon des Harzes flach auf und tritt am Südharzrand des öfteren deutlich zu Tage und war somit von den Bergleuten leicht aufzufinden. Der Kupferschiefer ist an seinem schwefeligen Gestank, den er beim Zerschlagen ausströmt, leicht erkennbar. Im behandelten Gebiet waren scheinbar nur die unteren 3 bis 10 cm des Flözes, die so­genannte feine und grobe Lette, bauwürdig. Während hier das Erz kein Silber enthielt, wie im Mansfelder Revier, kam grobkristalliner Bleiglanz angereichert vor.

Bergbaugeschichte

Die Aufzeichnungen in den Akten beginnen 1686 mit Berichten über Bergbauversuche bei Osterode, denen sich bald Folgeversuche im Raum Herzberg und Bad Lauterberg an­schlossen. Überall folgen die Versuche älteren Bergbauspuren, die damals auf 100 und mehr Jahre davor liegend datiert wurden. Es wird auf alte Bergordnungen und schriftliche Überlieferungen verwiesen, die heute nicht mehr auffindbar sind. Die Versuche begannen mit grossem Elan, aber die aus dem Oberharz kommenden Unternehmer, die sogenannten Gewerke, kannten nur den Gangerzbergbau, nicht aber den ganz andersartigen Flözbergbau. Ohne die Lagerstätte zu kennen, wurde in Osterode voreilig eine eigene Schmelzhütte gebaut. Bereits nach wenigen Jahren kam der Bergbauversuch wegen der Armut der Lagerstätte zum Erliegen. Ein nochmaliger Versuch im Jahre 1740 durch Bergleute aus Stolberg endete schon nach einem Probeschmelzen.

Bei weiteren Bergbauversuchen um Herzberg, bei Bad Lauterberg und bei Steina, glichen die Abläufe den beschriebenen Verhältnissen in Osterode. Die Unternehmungen er­streckten sich über wenige Jahre, ohne jemals den erhofften wirtschaftlichen Erfolg zu erreichen. Neben der Armut der Lagerstätten war hierfür der vorgeschriebene Verkauf des erzeugten Kupfers an die zentrale Bergwarenhandlung zu weit unter dem Marktpreis liegendem Entgelt verantwortlich. Hinderlich wirkte auch die seitens der Aufsicht führenden Bergbehörde befürchtete Konkurrenz zu dem im Oberharz laufenden Gang­erzbergbau. So durften Arbeitskräfte aus den Harzer Bergstädten nicht abgeworben werden. Um 1790 endeten die bergbaulichen Versuche. Erst im Rahmen einer groß an­gelegten Untersuchungskampagne in den Jahren 1856 bis 1860 weckte der Kupferschiefer in diesem Raum noch einmal das allgemeine Interesse. Vorausgehende Studien alter Akten und Untersuchungen auf den Halden führte zur Abteufung einer Tiefbohrung bei Osterhagen, südlich von Bad Lauterberg, die in einer Tiefe von rund 140 m das nicht abbauwürdige Kupferflöz antraf, worauf hin weitere Arbeiten nicht mehr vorgenommen wurden.

Bergtechnik

Da bereits die alten Bergleute wussten, dass das Flöz am Ausgehenden erzleer war, begann der Bergbau im gewissen Abstand zum Flözausbiß. Bei geringer Überdeckung bis zu 2 m trug man das Deckgebirge ab und gewann den Schiefer im Tagebau. Bei größeren Überdeckungen wurde sogenannter Duckelbergbau betrieben (Bild 1). Mit einfachsten technischen Hilfsmitteln teuften die Bergleute enge, maximal 7 - 8 m tiefe Schächte bis zum Kupferschiefer ab. Nun folgten sie dem Flöz "in alle Weltgegenden", d. h. sie bauten um den Schacht herum in alle Richtungen ab, wobei nur der Erzgehalt im Schiefer die Form des Abbaus bestimmte. Die Zufuhr frischer Luft, der sogenannten Wetter, begrenzte derartige Abbaue auf maximal 7 - 8 m. Dann war man gezwungen, den Schacht zu ver­lassen und in nächster Nachbarschaft einen neuen anzulegen. Auf diese Weise ent­standen ganze Abbaufelder, die sich heute durch die regelmäßige Anordnung der Schachtpingen erkennen lassen. Gearbeitet wurde 12 Stunden täglich an sechs Tagen in der Woche, bei nur wenigen freien Tagen zu Weihnachten und Johanni im Jahr.

Zum Lösen des Kupferschiefers aus dem Gebirge verwendete der Bergmann eine Keilhaue, vergleichbar mit einer einseitigen Spitzhacke (Bild 2). Rund 2 bis 2,5 Zentner konnte er auf diese Weise am Tag gewinnen. Für den Transport des Erzes in Weidekörben zum Schacht waren Jungen zuständig. Die Arbeiter waren schwerster körperlicher Belastung ausgesetzt, da sie alle Arbeiten in den nur etwa 50 cm hohen Hohlräumen auf dem kalten und nassen Gestein liegend ausführen mußten. Gearbeitet wurde 12 Stunden täglich an sechs Tagen pro Woche, wofür ein kaum für die geringsten Bedürfnisse ausreichender Lohn gezahlt wurde. Mittels Handhaspel wurde das Erz an die Tagesoberfläche gehoben, wo in der Regel ein Steiger für das Scheiden des Erzes vom tauben Gestein zuständig war. Das geschiedene Erz transportierten Fuhrleute zu den verarbeitenden Hütten, die neben Osterode zunächst in Herzberg, ab 1705 in Bad Lauterberg, an der heute noch als Kupferhütte bezeichneten Örtlichkeit standen.

Literaturhinweise

Wolfgang Lampe: Der Bergbau auf Kupferschiefer, in: Wilfried Ließmann, Kupfererzbergbau und Wasserwirtschaft, Zur Montangeschichte von Bad Lauterberg/Südwestharz, Duderstadt 2001, S. 261 ff.

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