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Markasit

Markasit (Spärolithisch, Schalenstruktur)
Foto © Dr. Alfred K. Schuster
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Markasit

Markasit (Spärolithisch, Schalenstruktur)

Markasit, kleine Kristalle und Calcit epitaktisch auf größeren aufgewachsen.

Markasit

Name:  Markasit (Spärolithisch, Schalenstruktur)
Größe:  Lange Bildkante: 4 cm
Fundort:  Neudorf, Harz, D.
Sammlung:  Geosammlung TU Clausthal, Mineralogische Sammlung
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Eigenschaften

Chem. Zusammensetzung:  Fe2S
Synonyme:  Wasserkies, Strahlkies, Speerkies, Kammkies, u. a.
Systematik:  IIc
Kristallsystem:  Orthorhombisch-dypiramidal
Härte:  6 +
Dichte:  4,65 - 4,88
Farbe:  Speisgelb mit grauen, grünlichen oder grünlichgrau wirkenden Nuancen. Häufig treten irisierende Anlauffarben (Polarisationsfarben) auf.
Glanz:  Metallisch, oft matt (Leberkies) oder dicht.
Strich:  Schwarz mit Stich ins Grüne.

Beschreibung

Die Individuen kommen oft als aufgewachsene und eingewachsene Kristalle vor, wobei sie reihenweise miteinander verbunden sind. Der Habitus ist tafelig bis flach gewölbt, selten säulig oder pyramidal und durch die Kombination der vielen Flächen gegeben. Häufige Flächen sind: (110), (014), (011), (101) und (111). Grosse Formen sind meist aus subparallel angeordneten Individuen aufgebaut, was ihnen den aufgeblätterten oder gezähnten Aspekt verleiht. Individuen, die mit spitzen Prismenwinkeln zueinander stehen, ergeben den Speerkies, während Formen, bei denen eine Wiederholung der parallel zu­einanderstehenden Zwillingsebenen vorliegt, als Kammkies bezeichnet werden. Strahlkiese haben faserige Strukturen, doch kommen auch traubige, nierige, knollige, kugelige oder stalaktitähnliche und derbe Massen vor. Undeutliche Spaltbarkeit nach (110) und in Spuren nach (011). Oft Vierlinge.

Namensfindung

Die recht vielfältige Namensgebung ist detailliert in C. Hintze, Mineralogie, 1904, Bd. I / 1, S. 722 wiedergegeben. Mit den Kiesen, demnach auch dem Markasit, haben sich von Agricola (1546) bis Haidinger, der den Namen im heutigen Sinn 1845 einführte, berühmte Mineralogen wie Henkel, Wallerius, Cronstedt, de L'Isle, Born, Werner, Haüy, Brongniart, Mohs, Hausmann, Bournon, Jameson und Glocker beschäftigt.

Bekannte Fundorte

Da auch Markasit unter unterschiedlichen Bedingungen gebildet wird, ist er weltweit stark verbreitet. Unter den vielen bekannten Fundorten, siehe auch Pyrit, werden nur einige hier angeführt. Oft kommt Markasit in tonigen und kalkigen Sedimentiten sowie in Kohle- und Braunkohleflözen vor, und zwar vorherrschend in Form von Kugeln, Knollen und Drusen. Auf hydrothermalen Gängen im Harz, in den Revieren von Clausthal- Zellerfeld, Bad Grund, Sankt Andreasberg und im Rammelsberg (Goslar). Im Kupferschiefer am Süd­harz. Im Siegerland und Sauerland, Bodenmais, Bayern, in den Revieren um Freiberg, Annaberg, Schneeberg in Sachsen. In den bekannten Revieren von Böhmen, dem slovakischen und Siebenbürger Erzgebirge, der Marmarosch (Rumänien). In Kärnten, Tirol, Salzburger Land (Österreich), in der Toskana und dem Apennin (Italien), auf den Erzgängen im Massif Central und in den Kreideablagerungen Nord-Frankreichs, wo Markasit vor allem als Knollen und Kugeln vorkommt. In Cornwall und Derbyshire (England), in den Andenstaaten, den USA, Mexiko, Japan, Australien und Tasmanien.

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