GeoMuseum
TU Clausthal
GeoMuseum
 
GeoMuseum > Mineralogie > Minerale > Klasse 2 (Sulfide) > Pyrrhotin

Pyrrhotin

Pyrrhotin
Foto © Dr. Alfred K. Schuster
Pyrrhotin

Name:  Pyrrhotin
Größe:  Lange Bildkante 36 mm
Fundort:  Baia Sprie (Kissbanya), Marmarosch, Rumänien
Sammlung:  Privat
mehr Info:  ausblenden

Eigenschaften

Chem. Zusammensetzung:  FeS
Synonyme:  Magnetkies
Systematik:  II B
Kristallsystem:  Hexagonal dihexagonal-dipyramidal
Härte:  4
Dichte:  4,6
Farbe:  Silbergrau mit Stich ins Rötlichbraun, Tombakbraun = bronzefarben mit Stich ins Braune
Glanz:  Metallglanz, undurchsichtig
Strich:  Grauschwarz

Beschreibung

Wird vom Magneten mehr oder weniger stark angezogen, wobei die Kristalle in der Haupt­achse permanent einen starken Magnetismus haben. Senkrecht dazu ist er kaum wahr­nehmbar. Kristalle sind klein und selten. Sechseitige Tafeln aus Basisflächen und kurze Prismen sind vorherrschend, oft Rosetten bildend. Verwittert leicht. Es gibt mehrere Strukturvarietäten, abhängig vom Fe - Anteil. Die als "Ideale" FeS Ausbildung bezeichnete Strukturvarietät ist der Triolit, der nur aus Meteoriten bekannt ist. Varietäten mit 0,91 Fe sind hexagonal, während die von Fe7S8 monoklin ist. Hinzu kommt noch eine orthorhombische. Alle irdischen Varietäten weisen einen Unterschuß an Fe auf.

Pyrrhotin enthält geringe Mengen an Ni und einige Prozentanteile an Co.

Größere Kristalle sind bisher von Trepca (Mazedonien), von Botino in der Toskana (Italien) und aus Mexiko, Potosi Mine und Sta. Eulalia bekannt.

Namensfindung

In vielen Sprachen findet sich die magnetische Eigenschaft dieses Fer sulfuré magnetic wieder. So Magnetkies, Magnetic sulfuret of iron, Pyrita magnetica (spanisch). Wallerius (1747) beschreibt "Vattenkies, den "Wasserkies", auch als Pyrites fusca. Foster (1772) beschreibt ihn als prismatisch-hexagonalen Pyrit. Magnetischer Kies bei G. A. Werner (1789) und Leberkies bei Leonhard (1826), der den Namen der deutschen Bergleute über­nommen hat und der von Wallerius 73 Jahre früher in seiner lateinischen Form "Mineria hepatika" verwendet wurde, Magnetopyrit heißt es bei Glockner (1839).

Der Name Pyrrhotin, wie von Breithaupt (1853) eingeführt, ist aus dem Griechischen ab­ge­leitet und bedeutet rötlich.

Er wurde auf Heidingers Vorschlag (1845) ausschließlich für Magnetkies verwendet. Dana (1855) übernimmt den Namen Pyrrhotite in die amerikanische Literatur, während in Italien Pyrrotina gebraucht wird.

Heidinger (1863) führt den Namen Triolit ein, zu Ehren von Domenico Trioli, für einen Pyrrhotin aus einem Meteoriten, der bei Alberato (Modena) 1766 gefallen ist.

Bekannte Fundorte

Pyrrhotin wird unter sehr unterschiedlichen Bedingungen gebildet. In Tiefengesteinen, vor allem als Frühausscheidung in gabbroiden Gesteinen. In Pegmatiten und pegmatitisch-pneu­matholytisch und hochtemperiert Hydrothermal sowie in Gängen, die in regional­metamorphen Gesteinen syngenetisch entstanden sind. In Sedimengesteinen kommt er sehr selten vor. Bekannt aus Sankt Andreasberg (Harz), Bodenmais (Bayrischer Wald), Freiberg und Schneeberg im Sächsischen Erzgebirge, Todtmoos und Hosbach im Schwarzwald, Auerbach in Hessen und im Fichtelgebirge. Lamprechtsberg b. Lavamünd, Kalvang, Leoben, Salzburger Land (Österreich). Am Schneeberg bei Sterzing und im Ahrntal, Südtirol, Torino, Sondrio, Lucca, Bottino, Pisa, Massa Toskana, Insel Elba, Sardinien und Latium, alle in Italien. Breitenstock, Uri (Schweiz). Schemnitz in der Slovakei, Rodna Veche (Rumänien), Hundholmen am Tysfjord, Iveland und Tunaberg Schweden, Kongsberg, Sulitelma, Modum und Snarum in Norwegen. Auf der Nordseite der Pyrenäen, im Loire Tal in Frankreich, in Cornwall (Groß Britannien), in den Goldquarziten von Morro Velho, Brasilien, in Süd-Afrika, Mexiko, USA, Canada, Tasmanien, Peru, Chile. Häufig in Meteoriten.

Zum Seitenanfang
© TU Clausthal 2002 | Impressum