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Tetraedrit

Tetraedrit ± Tennantit in Paragenese mit Quarz
Foto © Dr. Alfred K. Schuster
Tetraedrit ± Tennantit in Paragenese mit Quarz

Tetraedrit ± Tennantit in Paragenese mit Quarz

Tetraedrit in Paragenese mit Chalcopyrit

Tetraedrit ± Tennantit in Paragenese mit Chalcopyrit als Überzug, Calcit und Galenit.

Name:  Tetraedrit ± Tennantit in Paragenese mit Quarz
Größe:  Kristallkante = 13 mm
Fundort:  Rosenhöfer Gang, Clausthal-Zellerfeld, Harz, D.
Sammlung:  Geosammlung TU Clausthal
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Eigenschaften

Chem. Zusammensetzung:  (Cu,Fe)3SbS3,25 bzw. (Cu,Fe)3AsS3,25
Synonyme:  Antimon-Fahlerz bzw. Arsen-Fahlerz
Systematik:  IIb
Kristallsystem:  Kubisch-hexNULLtetraedrisch
Härte:  3,5 - 4,5; Tetraedrit - weicher, Tennantit - härter
Dichte:  4,5 - 5,1
Farbe:  Stahlgrau bis eisenschwarz, dunkelstahlgrau bis schwärzlich, Tennantit meist heller als Tetraedrit.
Glanz:  Metallglanz, oft matt anlaufend
Strich:  Grauschwarz, fein zerrieben.

Beschreibung

Die kubisch-hex'tetraedrischen Fahlerze gehören zu den Kupfermineralen, in denen Cu in sehr unterschiedlichen Mengen durch Fe, Ag, Bi, Co, Hg, Ni, Pb, Zn, Ge, Sn und Sb bzw. As durch Bi und S durch Se und Te ersetzt wird. Der im deutschen Sprachschatz ge­bräuchliche Name Fahlerz gilt für Tetraedrit und für den häufiger auftretenden Tennantit. Seltener kommen die mit Eigennamen belegten Fahlerze Freibergit [ (Cu,Ag) 3AsS3,25* ], Schwazit [ (Cu,Hg)3SbS3,25* ] und Annivit, ein Bi - haltiger Tetraedrit, vor. Für die anderen Fahlerze werden Namen wie Nickel-, Cobalt-, Eisen- oder Zink- Fahlerz verwendet. Das aus Goldfield, Nevada bekanntgewordene Ti - führende Fahlerz, mit bis zu 17% Ti, wurde mit dem Namen Goldfieldit belegt. Als Folge des Ti - Einbaus ist Goldfieldit optisch deutlich anisotrop, im Unterschied zu allen anderen isotropen Formen. Die Fahlerze mit dem Verhältnis Metal : S = 1 : 1 bilden eine eigene Reihe, doch steht die endgültige Klärung im Bezug auf die Strukturformel noch aus.

Die allgemeine Schreibweise wird heute meist in vereinfachter Form geschrieben. In wissen­schaftlichen Arbeiten werden die komplexen Formeln unter Berücksichtigung der Wertig­keiten angegeben. Im frischen Bruch sind die Fahlerze hellgrau, laufen jedoch schnell schwarz an. Sie sind nicht selten der Silberträger im Bleiglanz und zwar als fein dispersierte Einschlüsse. Selten sind auch Rhombendodekaeder und würfelige Formen zu finden. Stark glänzende Kristalle mit Streifung parallel zu den Kanten sind auch bekannt, ebenso Durchkreuzungszwillinge. Hingegen sind Ergänzungszwillinge nur selten gefunden worden. Keine Spaltbarkeit Seltenheitswert haben die in Clausthal und in Cornwall (England) gefundenen Tetraedrite mit Chalkopyrit Überzug und die aus der Grube Cavnic (Rumänien) mit Sphalerit Überzug. Bei letzteren sind die aufsitzenden Zinkblenden­kriställchen mit dem Fahlerz orientiert verwachsen.

Namensfindung

Es ist anzunehmen, dass Fahlerze schon in der Antike bekannt waren, doch als erster hat Agricola (1546) das Fahlertzt der deutschsprachigen Bergleute als Argentum rude album beschrieben. Wallerius (1774) nannte es aufgrund der chemischen Analysen Argentum arsenico cupro et ferro. Phillips und Phillips führten 1819 für das As-Fahlerz den Namen Tennantit ein. Das Mineral Tetraedrit verdankt seinen Namen den schön ausgebildeten tetraedrischen Kristallformen, der von Haidinger 1845 eingeführt worden ist.

Bekannte Fundorte

Fahlerze kommen vor allem in hydrothermalen Gängen, und dispers verteilt, auch in deren Neben­gesteinen vor. Vulkanogener und sedimentärer Herkunft sind Fahlerze vom Rammels­­berg/Goslar, und die aus dem Kupferschiefer am südlichen Harzrand, z. B. Mans­feld. Seltener sind sie in pegmatoiden und pneumatholythischen Gesteinen. Fahlerze sind von allen Kontinenten und einer Vielzahl von Fundorten bekannt, und es würde den Rahmen sprengen, alle berühmten Fundorte aufzuzählen, sowohl die aus historischer Sicht, als auch die mit schönen Kristallstufen. Einen hohen Bekanntheitsgrad haben im Harz der Rammelsberg bei Goslar, die Reviere von Clausthal - Zellerfeld, Sankt Andreas­berg, Neudorf, Wolfsberg und Sangerhausen. Im Sächsischen Erzgebirge Schönborn, Gersdorf, Hohenstein, Annaberg, Scharfenberg, im Schwarzwald Wolfach und Dillenburg in Hessen. Klassische Fundorte sind Pribram, Joachimov (Joachimsthal), Tschechische Republik, Schemnitz, Kremnitz und Kotterbach im Slovakischen Erzgebirge (Sovakei). Das Siebenbürgische Erzgebirge mit Sacarimb (Nagyag), Baia de Aries (Offenbanya), Cainel, Botes, die Region Baia Mare mit Baia Sprie (Felsö Banya) und Cacvnic (Kapnik) in Rumänien, Schwaz in Tirol (Österreich), Laurion in Griechenland und Tsumeb in Namibia. Fundpunkte aus Kroatien, Spanien, Südfrankreich, USA, Mexiko und aus den Andenrepubliken (Südamerika) sind ebenfalls durch schöne Ausbildungen bekannt ge­worden.

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