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Halit

Halit (Kochsalz); aufgewachsen auf Grashalme (Detail)
Foto © Dr. Alfred K. Schuster
Halit (Kochsalz); aufgewachsen auf Grashalme (Detail)

Halit (Steinsalz) und Gips

Halit, Steinsalz

Halit, Steinsalz

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Name:  Halit (Kochsalz); aufgewachsen auf Grashalme (Detail)
Größe:  Lange Bildkante: 13 cm
Fundort:  Asse, bei Wolfenbüttel, Niedersachsen, D.
Sammlung:  Geosammlung TU Clausthal, Mineralogische Sammlung
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Eigenschaften

Chem. Zusammensetzung:  NaCl
Synonyme:  Steinsalz; Kochsalz, Chlornatrium
Systematik:  IIIaa
Kristallsystem:  Kubisch, hexakiesoktaedrisch
Härte:  2
Bruch:  Muschelig, etwas spröde
Dichte:  2,1 - 2,3; reiner Halit - 2,17
Farbe:  Farblos. Färbung durch eingeschlossene Pigmente, aber auch durch Farbfehler, verursacht durch Erhitzen oder Bestrahlung.
Glanz:  Glasglanz. Wasserklar in reinem Zustand. Getrübt durch Beimengungen.
Strich:  Farblos, weiß. Farbig entsprechend dem Pigment.

Beschreibung

Normal als Würfel ausgebildet. Oktaeder wurden erstmals von Romé de L'Isle 1783 ge­züchtet, und zwar durch Zusatz von Harnstoff in reine NaCl-Lauge, die er langsam ver­dunsten ließ. Bekannt sind auch Flächen nach dem Rhombendodekaeder und Tetrakishexaeder. Zwillinge nach (111) sind selten. Vollkommene Spaltbarkeit nach dem Würfel. Translationsstreifung nach dem Dodekaeder. Schlagfiguren auf den Würfelflächen entstehen durch erhöhten, lokal begrenzten Druck, z. B. mit spitzer Nadel. Gas und Flüssigkeiten als Einschlüsse trüben Halit ebenso wie eingeschlossene feste Partikel. Farbige Mineraleinschlüsse führen zu Pigmentfärbung. Erdöl und Tonminerale färben ihn braun. Die meisten Farben sind durch Fehler im Kristallgitter verursacht, sogenannte Farb-Zentren, die schon während der Kristallisation entstehen. Aber auch durch erhöhtes Erhitzen oder durch erhöhten Druck kann Farbveränderung hervorgerufenen werden. In einigen Fällen auch Pleochroismus. Die häufigste Farbe ist blau in verschiedenen Nuancen, die sowohl vom natürlichen Halit bekannt ist, aber auch an farblosen Kristallen durch unterschiedliche Bestrahlung, Erhitzen und durch erhöhten Druck hervorgerufen wird. In letzteren Fällen bleichen die Kristalle unter verschiedenen Bedingungen wieder aus. Um die Färbung des Halits zu erklären, wird seit rund 200 Jahren experimentiert. So ist be­kannt, dass Blau sowohl durch radioaktive Bestrahlung als auch durch hohen Druck und anschließendem Erhitzen zustande kommt; Braun durch Kathodenbestrahlung oder Glühen, Gelb, Grün, Blau und Braun durch Erhitzen oder intensive UV - Bestrahlung. Me­tallisches Natrium, das als submikroskopisch kleine Einschlüsse vorkommt, ergibt rote, gelbe, blaue oder violette Farben.

Namensfindung

Halit ist seit frühesten Zeiten bekannt, denn es gehörte zu den wichtigsten Nahrungs­mitteln, nicht nur der Menschen, und ist bis heute bei vielen Völkern ein Symbol der Gastfreundschaft (Empfang mit Brot und Salz). Im 3. Buch Moses 2, 13 wird auf das Salzen der Speiseopfer hingewiesen und im Buch Hiob (6, 6) wird nach dem Salz gefragt: "Kann man auch essen, was ungesalzen ist?" Die alten Griechen bezeichneten mit Halit das Meer (Strabo), während Dioskorides den Meerschaum (Schaum des Meeres) vom Hartsalz unterscheidet, und meinte damit die durch Verdunstung des Meerwassers ge­bildeten Salzkrusten. Die Römer unterschieden zwischen dem aus dem Berg geholten sal montanum und das aus Salzsolen gewonnene sal muria (Cornelius, Celsius, Columello, Plinius). Agricola (1546) beschreibt Bergsalz und Baisalz (Meersalz), Salgemma und Seesalz. Wallerius zählt zu den Salzarten auch das mura sal comune, das Koch- oder Kuchensalz (Küchensalz), das zu ..."kubischen oder sechsseitigen Figuren kristallisiert". ...Romé de L'Isle beschreibt als erster Kombinationen von Würfeln und Oktaedern, die er aus Urin kristallisiert hat, während G. A. Werner 1796 das Kochsalz den sauren Arten zuordnet. Der Namen Halit wurde erstmals von Glocker 1847 verwendet und von Dana 1868 als wissenschaftlicher Name eingeführt. Salz gehörte immer schon zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Völker. Nicht nur die Römer eroberten Provinzen wegen ihres Salzreichtums. Belegt ist die Salzschlacht zwischen den Chatten und Hermunduren von 58 n. Chr., aber auch, dass das Salzmonopol der österreichischen Monarchie im 18. und 19. Jh. mehr Geld ins Staatssäckel brachte als der Goldbergbau. Von der Wichtigkeit des Salzes zeugen auch die vielen Orts- und Flurnamen in vielen Sprachen der Welt. Alleine im deutschsprachigen Raum gibt es über 40 Orte, in deren Namen die Worte Salz oder Hall vorkommen.

Bekannte Fundorte

In Evaporitlagerstätten weltweit stark verbreitet. Sowohl im oberen Silur (USA) als auch im Zechstein (Perm) Mitteleuropas, Russlands, Chinas sowie der nördlichen Alpen, aber auch im tertiären Ablagerungsbecken Europas. Schöne Kristalle sind aus allen Vorkommen bekannt, doch handelt es sich immer um sekundäre Neubildungen auf Klüften und in natürlichen oder von Menschen geschaffenen Hohlräumen, wo sie in Sohlen kristallisieren.

Literaturhinweise

Bergier, Jean-François (1989, Campus)
Die Geschichte vom Salz.
Herrmann, A. G. (1981)
Grundkenntnisse über die Entstehung mariner Salzlagerstätten. Der Auf­schluß. Jg. 32; S. 45.
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