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Magnetit

Magnetit
Foto © Dr. Alfred K. Schuster
Magnetit

Magnetit

Name:  Magnetit
Größe:  Lange Bildkante 22 mm
Fundort:  Unbekannt
Sammlung:  Privat, Dr. Günter Bäuerle, Hannover
mehr Info:  ausblenden

Eigenschaften

Synonyme:  Magneteisenerz
Systematik:  IV B
Kristallsystem:  Kubisch; disdodekaedrisch
Härte:  5 1/2 - 6
Bruch:  (111)
Dichte:  4,9 - 5,2. Reiner Magnetit 5,2
Farbe:  Eisenschwarz
Glanz:  Stumpfer Metallglanz; fettig. In derben Aggregaten matt.
Strich:  Schwarz

Beschreibung

Der Habitus ist überwiegend oktaedrisch, selten rhombendodekaedrisch, mit parallel angeordneter Streifung zur langen Diagonalkante der Flächen. Häufige Flächen sind (111), seltener (110), (100), (211),(221) und (hkl). Zwillinge nach (111). Auch lamellare Druckzwillinge nach Art der Spinellzwillinge. Pseudomorphosen nach Hämatit. Im Martit geht Magnetit ganz oder teilweise in Haematit über. Martit: Haematit-Pseudomorphose nach Magnetit. Unvollkomene Spaltbarkeit nach (111). In Basaltvorkommen auch schlackig ausgebildet. Magnetit ist stark magnetisch. Dieser verschwindet bei Rotglut und tritt nach Abkühlen wieder auf. Fe ist oft durch Mg, Mn, Ni, Zn, Al, Ti, V diadoch ersetzt. Ilmenitentmischungen sind parallel (111) und Spinell- bzw. Ulwitentmischungen parallel (100) eingeschlossen. Haematit, Siderit und Eisensilikate gehen bei höheren Temperaturen in Magnetit über.

Namensfindung

Der Name ist aus dem Griechischen abgeleitet und kommt schon bei Theophrast und Deoscorides vor. Plinius erwähnt Marites und Herachon, während Agricola einen Siegelstein mit den Eigenschaften des Magnetit beschreibt. Der Begriff Magnet kommt schon im 18. Jh. vor (Wallerius, Cronstedt, Werner). Magnetit wird von Haidinger (1845) als Namen vorgeschlagen und setzt sich letztendlich durch. Die Herkunft ist ungewiss. Magnetit könnte von Magnesia stammen und wird auf einen Hirten namens Magnes der griechischen Antike zurückgeführt. Plinius schreibt 76 u. Z. dass Magnes an seinem Hirtenstab eine Nagelspitze hatte, die an einem Stein auf dem Berg Isa (?) fest anhaftete. Magnesia ist auch der Name mehrerer antiker Städte in Griechenland und Kleinasien und einer thessalischen Landschaft (Nordgriechenland). Somit ist die Bezeichnung Magnesie, magnesischer Stein, mehrdeutig und wurde bis ins späte Mttelalter verschiedenen Mineralien gegeben. So zählt Plinius fünf Arten von Magnesia auf. Den männlichen und den weiblichen Magneses. Er schreibt, dass sie sich vollkommen ähnlich sind, dem weiblichen jedoch die magnetische Anziehungskraft abgeht. Der männliche kann eindeutig als der Magnetit im heutigen Sinn verstanden werden, mit dem weiblichen war wahrscheinlich ein ähnliches Manganerz bedacht, das im Mittelalter, magnesia nigra genannt wurde und der Braunstein der Töpfer war, die ihn zur Herstellung brauner Glasuren verwendeten (Siehe Lüschen: Manganese, S. 269). In der Antike wurden die Wunder des Magnesia oft beschrieben, mit vielen Attributen belegt und in frühchristlichen Schriften allegorisch gedeutet. Um 1200 wurden die ersten Magnetnadeln zur Orientierung (Kompass) eingesetzt, bekannt unter dem Namen Segelstein. Paracelsus beschreibt ihn als Magnet, G. A. Werner als Magneteisenstein.

Bekannte Fundorte

Kommt immer zusammen mit Haematit vor. Magnetit ist das wichtigste und verbreiteteste Eisenerz. Magnetit kommt fein verteilt in verschiedenen magmatischen Gesteinen vor. Aus diesen stammen die Milliarden Tonnen, weltweit verbreiteten sedimentären, mehr oder weniger stark metamorphosierten Eisenerze, die sogenannten BIFs = Bandet Iron Formation. Minerale kommen magmatisch vor allem in basischen Intrusivgesteinen und in Basalten vor, sowie in Verwitterungssanden dieser Gesteine. In schmelzflüssigen- oder Kristallisationsdifferenziaten kommt Magnetit bis zu Lagerstätten angereichert vor, in Paragenese mit Olivin, Titanomagnetit, Ilmenit, Eisenspinell, Korund und Högbonit. Fundorte sind: Routinare, Smóland (Schweden), Otanmäki (Finnland), Iron Mountains (Wyoming, USA), Magnet Heights, Lydenburg (Transvaal, RSA), "Erzmagma" werden Magnetitanreicherungen genannt, die aus schmelzen abgesondert sind und in Nebengesteine intrudierten. Diese sind oft mit Apatit vergesellschaftet; sogenannter Kirunatyp.

Bekannt sind die Erzlager von Kirunavaara, Luosavara, Svapavara, Gelivare, Grángesberg (Schweden), In kontaktpneumatholytischen, sogenannten Skarnlagerstätten sind (110) Flächen und mit deutlichem Zonarbau häufig. Berggieshübel, Sachsen, Auerbach, Hessen (Deutschland); Dannemora, Persberg, (Schweden); Dognecea, Ocna de Fier (Rumänien); Iron Sprin (Utah, USA); Gora Blagodot, Magnitnaya (Ural, Russland). Sedimentäre Lagestätten die die jünger als ca. 1,6 Milliarden Jahre sind, sind durch Erosion und Umlagerung primärer Eisenerze (BIF) entstanden. Regionalmetamorphe Magnetite stammen aus sedimentären oder magmatischen Erzen. Weltweite Verbreitung: Die größten Erzlager sind in West-Australien; Brasilien, Schweden; Südafrika, Ukraine; USA. Schöne Kristalle sind in Kontaktpneumatholytischen Lagerstätten und hochtemperiert hydrothermal auf alpinen Klüften zu finden.

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